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Osterhofener Zeitung vom 24.06.2013

Ja, des Boot brauchts wirklich

Weihe des Motorrettungsbootes "Josef" der Wasserwacht Osterhofen

 - Gelöste Stimmung bei der Besichtigung des neuen Motorrettungsbootes: Ewald Schiller (v.l.), Technischer Leiter Peter Wagner, Bürgermeisterin Liane Sedlmeier, Pfarrer Christoph Keller, Wasserwacht-Vorsitzender Jochen Seidl, BRK-Kreisvorsitzender Bernd Sibler und Kreis-Bereitschaftsleiter Georg Höck. - Fotos: Kufner
Gelöste Stimmung bei der Besichtigung des neuen Motorrettungsbootes: Ewald Schiller (v.l.), Technischer Leiter Peter Wagner, Bürgermeisterin Liane Sedlmeier, Pfarrer Christoph Keller, Wasserwacht-Vorsitzender Jochen Seidl, BRK-Kreisvorsitzender Bernd Sibler und Kreis-Bereitschaftsleiter Georg Höck. - Fotos: Kufner

Osterhofen. Die Flutkatastrophe hat gezeigt, wie wichtig vernünftige technische Ausrüstung für die Einsatzkräfte ist. Die Fluten noch vor Augen, habe die Wasserwacht Osterhofen überlegt, ob es angebracht sei, die Weihe des neuen Motorrettungsbootes "Josef" jetzt abzuhalten: Dies sagte 1. Vorsitzender Jochen Seidl nachdenklich zu Beginn der Feierstunde am Samstagnachmittag im Innenhof des Rettungszentrums vor zahlreichen Ehrengästen. "Das ist genau der richtige Zeitpunkt!", sprach er den Anwesenden aus dem Herzen. Sie alle hatten Wochen des Kampfes gegen die Wassermassen hinter sich.

Seidl erinnerte an den langjährigen, viel zu früh verstorbenen Wasserwachtvorsitzenden Josef Erndl. "Jetzt haben wir ein gescheites Auto, nun brauchen wir noch ein gescheites Boot", formulierte Erndl einst den nun in Erfüllung gegangen Traum der Wasserwacht Osterhofen. Im Rettungszentrum war man sich sicher, dass Erndl vom Himmel aus mit Stolz auf die Arbeit seiner Kameraden herabblickt und sich mit ihnen über das neue 115 PS starke Motorrettungsboot der Kategorie 2 freut.

Das reine Arbeitsboot kostete unter dem Strich 72 000 Euro. Der Eigenanteil der Wasserwacht beträgt 8000 Euro. Die Sonderausstattung summiert sich auf 21 000 Euro und muss ebenfalls von der Ortsgruppe aufgebracht werden. Von diesen 29 000 Euro haben die Osterhofener bislang 25 000 Euro in Form von Spenden, Sponsorengeldern und Erlösen aus Veranstaltungen zusammen. Die Stadt Osterhofen beteiligte sich mit 6000 Euro aus dem Sparkassenfonds an der Anschaffung. Seidl dankte allen Zuwendern, die den Kauf des neuen Bootes möglich gemacht haben.

 - Auf den Namen "Josef" taufte Bürgermeisterin Liane Sedlmeier das neue Boot.
Auf den Namen "Josef" taufte Bürgermeisterin Liane Sedlmeier das neue Boot.

Zur Sonderausstattung zählen technische Raffinessen wie eine elektronisch-hydraulische Bugklappe, GPS, Nebelscheinwerfer, Radar und Sonar. Die Extras sind kein Luxus, sondern erleichtern die Arbeit auf dem schwierigen und gefährlichen Donauabschnitt der Osterhofener Wasserwacht. Die Herstellerfirma Josef Reich GmbH aus Petersaurach wirbt sogar in Fachzeitschriften mit "Josef": "Wir müssen etwas richtig gemacht haben", freute sich Seidl darüber.

"Brauchen wir so ein Boot?", fragte Bürgermeisterin Liane Sedlmeier in die Runde und ließ in in ihrer Antwort keinen Zweifel offen. Diese Frage stelle sich nach den Einsätzen an der Donau gar nicht mehr. Im Rettungszentrum waren die Einsatzkräfte gebündelt. Alle haben zusammengehalten und Einheit gezeigt, dankte das Stadtoberhaupt allen Einsatzkräften und Helfern für deren Arbeit. Die Wasserwacht habe bei der Anschaffung des neuen Bootes großen Ideenreichtum gezeigt und jede Gelegenheit genutzt, um an der Erfüllung des Traumes zu arbeiten, sagte Sedlmeier.

BRK-Kreisvorsitzender Bernd Sibler griff die rhetorische Eingangsfrage der Bürgermeisterin auf. "Braucht’s des?", fragte der MdL und Staatssekretär schelmisch in der Manier Gerhard Polts. Falls denn in ein paar Jahren jemand käme und "braucht’s des wirklich?" frage, solle man sich merken, dass "solche Boote die Voraussetzung schaffen, um in normalen Zeiten für den Katastrophenfall zu üben. "Ja, des braucht’s", lieferte Sibler die einzig richtige Antwort an alle Zweifler. Was den Deich bei Ruckasing angehe, habe das Glück in Osterhofen zudem einen Namen: "Hermann Waas vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf", sagte Sibler.

Sibler bewies mit seinem "braucht’s des" nebenbei tiefe Kenntnis des Schaffens von Gerhard Polt. Insider wissen, dass Bootsverleiher der Traumberuf des am Schliersee aufgewachsenen Kabarettisten war. Als Bub stand Polt am Steg und bewunderte die stoische Ruhe mit welcher der Bootsverleiher auf den Schliersee hinaus blickte, während er auf Kunden wartete. Während der gescheiterte Bootsverleiher Gerhard Polt auf der Bühne endete, ging der Traum vom Boot für die Wasserwacht Osterhofen in Erfüllung.

Worte des Danke richtete auch der Kreisvorsitzende der Wasserwacht Ludwig Helfrich an alle Ortsgruppen für deren übergreifende Zusammenarbeit. Mit der Donau im Landkreis verhalte es sich wie mit den interessanten Frauen: Beide seien schön und gefährlich.

Anschließend spendeten Pfarrer Christoph Keller und Kaplan Carl Christian Snethlage dem Boot "Josef" einen ökumenischen Segen. Am Deich habe man es wortwörtlich "handgreiflich gesehen: Diese Menschen sind ein Segen!" rief Snethlage freudig den Helfer zu.

Mit einer Piccolo-Flasche taufte Bürgermeisterin Liane Sedlmeier das Boot auf den Namen "Josef". Denn eines ist klar: Der Schrecken steckte jedem immer noch in den Knochen. Champagner wäre deshalb unangebracht für die Bootstaufe gewesen. Leere Sandsäcke zierten während der Feierstunde im Rettungszentrum die Tische als Dekoration. In einer Mischung aus Erleichterung und Grausen rief Sedlmeier mit ernstem Unterton: "Leute, ich kann keine Sandsäcke mehr sehen!" - von Michael Kufner

Artikel aus Osterhofener Zeitung vom 24.06.2013

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