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Osterhofener Zeitung vom 21.03.2018

Damit der Laichzug nicht zum Leichenzug wird

Bund Naturschutz bittet Autofahrer um Rücksicht – Wasserwacht bringt die Amphibien sicher zu ihren Laichplätzen

 - Eiskalt fühlt sich die kleine Kröte an, die Rudi Weileder von der Wasserwacht bei Forsthart über die Kreisstraße trägt. - Foto: Schiller
Eiskalt fühlt sich die kleine Kröte an, die Rudi Weileder von der Wasserwacht bei Forsthart über die Kreisstraße trägt. - Foto: Schiller

Arbing/Breitfeld/Forsthart

Die kleine Erdkröte, die Rudi Weileder in der Hand hält, fühlt sich eiskalt an. Soeben hat der Naturschutzwart der Wasserwacht Osterhofen das Männchen aus dem Eimer geholt, um es über die Kreisstraße DEG 37 zu tragen.

Insgesamt 660 Meter lang ist der Krötenschutzzaun, den der Kreisbauhof Hengersberg entlang der Straße Richtung Forsthart aufgestellt hat. Alle zehn Meter ist dahinter ein Eimer eingegraben, 58 sind es insgesamt, die Weileder in den nächsten Wochen zweimal täglich kontrollieren muss. Der Kfz-Meister macht das gerne: Zum einen kommt er mal aus der Werkstatt raus und genießt den Spaziergang, zum anderen erhält die Wasserwacht dafür einen finanziellen Ausgleich. Die Förderanträge werden vom Naturpark Bayerischer Wald bearbeitet.

 - Die Wasserwacht Plattling mit (v.l.) Jürgen Tauer, Julia Aschenbrenner, Simone Stockner, Hermann Schattenkirchner, Adrian Rothkopf, Thomas und Michaela Tauer, Elisa Vogt, Christiane Tauer, Anton Ebner, Christina Schlener, Xaver Aschenbrenner, Alina Biller, Elisabeth Waas, Thomas Bauer, Magdalena und Klaus Krieger, Alexander Waas, Michael Göttlinger, Fritz Göschl und Josef Stockner . - Foto: Tauer
Die Wasserwacht Plattling mit (v.l.) Jürgen Tauer, Julia Aschenbrenner, Simone Stockner, Hermann Schattenkirchner, Adrian Rothkopf, Thomas und Michaela Tauer, Elisa Vogt, Christiane Tauer, Anton Ebner, Christina Schlener, Xaver Aschenbrenner, Alina Biller, Elisabeth Waas, Thomas Bauer, Magdalena und Klaus Krieger, Alexander Waas, Michael Göttlinger, Fritz Göschl und Josef Stockner . - Foto: Tauer

Bei Arbing übernehmen zwei Rentner die Kontrollgänge: Fritz Hartl, auch er ehrenamtlicher Naturschutzwart des Landkreises Deggendorf, und Ulli Lienert. Im Bereich Tabertshausen-Breitfeld sorgt das Team der Wasserwacht Plattling unter Regie von Naturschutzwart Jürgen Tauer dafür, dass die Kröten auf der St 2124 nicht unter die Räder kommen.

Im Frühjahr gehen die Kröten auf Wanderschaft

Nicht nur wir Menschen warten sehnsüchtig auf den Frühling. Mit ansteigenden Temperaturen und Regen erwacht in vielen Amphibien der Drang, zu ihren Laichgewässern zu wandern. Es liegt in der Sache der Natur, dass sie jedes Frühjahr zu ihrem Geburtsort zurückkehren. Vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung sowie in den Nachtstunden sind sie unterwegs. Müssen die Kröten auf ihrem Wanderweg eine Straße überqueren, endet die Begegnung mit dem Straßenverkehr für sie meist tödlich.

 - Naturschutzwart Fritz Hartl kontrolliert die Schutzzäune bei Arbing. Das Schild soll Autofahrer warnen. - Foto: Schiller
Naturschutzwart Fritz Hartl kontrolliert die Schutzzäune bei Arbing. Das Schild soll Autofahrer warnen. - Foto: Schiller

Damit der Laichzug der Lurche nicht zum Leichenzug wird, haben die Helfer an rund 450 Straßenabschnitten einen Schutzzaun aufgebaut. Hier werden die Tiere in den nächsten Wochen in Falleimern eingesammelt und über die Straße zum Laichgewässer getragen. Hinweisschilder warnen die Autofahrer. Auch an den nicht mit Zäunen gesicherten Teilabschnitten sollte langsam und vorsichtig gefahren werden.

Bei Breitfeld installiert die Wasserwacht bereits seit 2009 einen inzwischen ca. 600 Meter langen Schutzzaun. Auffallend viele Jungmitglieder halfen bei der Aktion mit, bestätigt Tauer ebenso wie Weileder. Der Zeitpunkt für den Aktionsstart war gut gewählt: Allein am Mittwochmorgen sammelte Erwin Kaupa von der Wasserwacht Osterhofen bei Forsthart 62 Erdkröten ein. Mit bis zu tausend Tieren insgesamt ist dieser Bereich der Spitzenreiter im Landkreis. Nachdem die nächste Nacht wieder recht kalt war, waren am Morgen danach allerdings nur zwei Kröten im Eimer.

Rudi Weileder fragt sich, wo die Kröten eigentlich herkommen, wo sie hin wollen und wie die frisch geschlüpften Jungkröten wieder zurück in ihr Winterquartier im Wald gelangen, ohne überfahren zu werden. Dazu weiß Jürgen Tauer, dass sich dies nicht so massenhaft, sondern vereinzelt über einen langen Zeitraum bis zum Winter erstreckt. Als "kriminell" empfindet Weileder bei seiner Tätigkeit jedoch den Müll neben der Straße: Leere Zigarrettenschachteln, Getränkedosen, Bierflaschen, Fast-Food-Verpackungen und alles, was verantwortungslose Autofahrer sonst noch so aus dem Fenster in die Landschaft werfen.

 - Am Montagabend (12.03.) waren bei 8 °C über 20 Erdkröten in den Fangeimern im Bereich Breitfeld, zehn allein in diesem Kübel. - Foto: Tauer
Am Montagabend (12.03.) waren bei 8 °C über 20 Erdkröten in den Fangeimern im Bereich Breitfeld, zehn allein in diesem Kübel. - Foto: Tauer

"Neu ist in diesem Jahr das Amphibienschutzprojekt in Aicha", berichtet Georg Kestel, Vorsitzender der Kreisgruppe Deggendorf im Bund Naturschutz (BN). Bislang wurden nämlich viele Kröten, die mitten durchs Dorf zum Wirtsweiher wandern, totgefahren. Demnächst soll ein vom BN neu bestellter Zaun geliefert werden, der dann von Aktiven der Wasserwacht Osterhofen aufgestellt und betreut wird.

In den einzelnen Bereichen werden in der Regel einige hundert Tiere gerettet, zum größten Teil handelt es sich um Erdkröte und Grasfrosch. Durch die Sammelergebnisse lassen sich auch wichtige Daten über Bestände und Entwicklungstrends gewinnen.

Die vielen ehrenamtlichen Helfer im Landkreis sind mit ihrem Engagement Teil der größten Artenschutzaktion in Bayern. Rund 6000 freiwillige Helfer bringen so jährlich rund 700000 Amphibien zu ihren Laichplätzen. Sepp Schiller

Weitere Bilder von der Erdkrötenaktion 2018 sind unter www.Wasserwacht-Plattling.de auf der Homepage zu finden.

Artikel aus Osterhofener Zeitung vom 21.03.2018

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