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Osterhofener Zeitung vom 03.05.2014

Coup: Wasserwacht stiehlt Maibaum

Kolpingfamilie musste ihn gegen Bier und Brotzeit auslösen – In den Donaugemeinden problemlos - von Adi Schweiger

 - Beim Aufstellen des Maibaums in Osterhofen halfen die Mitglieder der Kolpingfamilie und die "Diebe" der Wasserwacht zusammen. - Fotos: Schweiger
Beim Aufstellen des Maibaums in Osterhofen halfen die Mitglieder der Kolpingfamilie und die "Diebe" der Wasserwacht zusammen. - Fotos: Schweiger

Osterhofen. Traditionsgemäß zum 1. Mai sind am Donnerstag allerorten wieder Maibäume aufgestellt worden. Die Ursprünge dieses Brauchtums sind noch immer umstritten. Schon die Germanen huldigten und verehrten mit Baumriten Waldgottheiten. Eine durchgängige Tradition zum heutigen Maibaum lässt sich jedoch nicht nachvollziehen. Einflüsse schreibt man der Christianisierung zu, die heidnische Sitten unterdrückte und oftmals verfolgte.

Im Laufe der Zeit hat sich "im Bayerischen" lokales Brauchtum entwickelt, dass sich oft von Dorf zu Dorf erheblich unterscheidet. Ende des 18. Jahrhunderts galt der Maibaum als das Symbol des neuen bayerischen Staatsbewusstsein.

Viel schöner aber ist eine überlieferte Annahme: dass nämlich der prächtige, mit Kränzen, Girlanden und Zunftzeichen versehene Baum nach dem Aufrichten durch die Jungmänner des Dorfes als Gunstbeweis bei jungen Maien (Frauen) angesehen und betrachtet wurde.

Dazu kommt eine weitere Tradition, die heuer auch in Osterhofen gepflegt wurde: der Maibaum-Diebstahl! Kolping-Vorsitzender Walter Mayer traute gegen 1 Uhr nachts am Donnerstag seinen Ohren nicht – was er da aus dem Telefonhörer vernehmen musste. Johannes Saller von der Jungwasserwacht verkündete dem verdutzten Kolping-Präse, das sich die tags zuvor im Stadtwald gefällte 20 Meter lange Fichte, von Spionen als vorgesehener Maibaum ausgemacht, nun in den Händen der Wasserwacht befinde. Wenn er (der Kolping Chef) wolle, dass der Baum pünktlich zum Aufstellen vor Ort am Kolpinghaus eintreffen soll, müssten erst einmal die Auslöseformalitäten geregelt werden. Mit Freibier und Brotzeit für alle Maibaumdiebe kam man rasch zu einem akzeptablen Vergleich, was die Wasserwacht mit gelobter Unterstützung quittierte.

 - Ein Fest für das ganze Dorf: Mit "Irgsenschmalz" stellten die Haardorfer den Maibaum auf.
Ein Fest für das ganze Dorf: Mit "Irgsenschmalz" stellten die Haardorfer den Maibaum auf.

Gemeinsam hievten Kolpingmänner und Wasserwachtler den einzigen Stadtmaibaum mit Hurra in die Senkrechte. Nach getaner Arbeit hieß es für alle, der Forderung der Maibaumdiebe nachzukommen und ihnen einzuschenken.

In Thundorf kümmert sich seit Jahren die Feuerwehrjugend um den Maibaum. Damit dieser nicht auch Langfingern zum Opfer fallen konnte, hat man die 30 Meter lange Fichte nach dem Fällen kurzerhand im Wald liegen gelassen, geschält und mit einem Drahtseil bis zum Einholen an einem Nebenbaum festgezurrt. Am Mittwoch hieß es nach dem Anbringen der Kränze und Girlanden in die Hände spucken und auf das Kommando von Alfred Zacher achten. Mit Manneskraft bei Stärkung von Freibier wurde das dörfliche Wahrzeichen des Frühlings in die Senkrechte bugsiert.

 - Hauruck: Nach drei Stunden Arbeit hatte die FF Aicha den Baum in die Senkrechte gehievt.
Hauruck: Nach drei Stunden Arbeit hatte die FF Aicha den Baum in die Senkrechte gehievt.

"Trau, schau wem" hat sich die Feuerwehr Aicha gesagt und hat den im Pleitinger Hof gelagerten 28 Meter langen Maibaum von Spender Michael Maidl kurzerhand unter die Obhut von Bernhardiner-Hund Max gestellt. Am Vortag zum 1. Mai stellte die Feuerwehr, unterstützt von der Dorfgemeinschaft, unter dem "Hauruck"-Kommando von Manfred Baumgart die schön geschmückte Fichte gegen den Wind. Nach gut drei Stunden hatten die Schwaiberl ihre Arbeit verrichtet, was mit einem freudigen "Prost miteinander" vollendet wurde.

 - Unter dem Kommando von Alfred Zacher stellte die Feuerwehrjugend in Thundorf den Baum auf.
Unter dem Kommando von Alfred Zacher stellte die Feuerwehrjugend in Thundorf den Baum auf.

Ein Fest für das ganze Dorf ist das Maibaumaufstellen in Haardorf. Zuerst heißt es für die Männer mit Schutzhelm die Schwaiberl zu besetzen und auf das Kommando von Hans Weigl (sing) das "Irgsenschmalz" einzusetzen. Mit vereinten Kräften wurde der von Hans Roos und Tom Brandl gespendete und von vielen fleißigen Helfern geschmückte Baum unter Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen Höhe bis in die pfeilgerade Senkrechte gereckt. Als Symbol des Frühlings grüßt er inmitten des Dorfes die Gäste. Was nach der Verankerung des Maibaums beim Maifest im Hof der Weigls auch ausgiebig festgestellt werden konnte.

Artikel aus Osterhofener Zeitung vom 0 3.05.2014 

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